Prostata-Krebs: Abwarten ist eine Option – Gute Heilungschancen

Prostatakrebs. Diese Diagnose ist für Männer oft ein Schock. Doch Prof. Dr. med. Claus Fischer, Chefarzt der Klinik für Urologie am Klinikum Bayreuth, hat gute Nachrichten für die Betroffenen: Prostatakrebs ist oft beherrschbar. Manchmal sogar ohne Operation – einfach durch beobachten und abwarten.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes, betroffen sind vor allem Männer über 70 Jahre. Statistisch gesehen erkrankt jeder achte Mann an einem Prostatakarzinom. „Aber“, so Prof. Fischer, „nicht jeder stirbt daran.“ Im Gegenteil. Fünf von sechs Männern besiegen den Krebs, denn viele Prostatakarzinome kann man heilen oder sie zumindest über viele Jahre in Schach halten.

 

In der Behandlung von Prostatakarzinomen hat sich einiges verändert. Ärzte versuchen heute immer häufiger, eine Operation bei Patienten zu vermeiden, bei denen auch eine schonendere Therapie erfolgversprechend ist. „Der Urologe sucht für einen Betroffenen mit dessen individuellem Tumorgeschehen die beste Behandlungsmethode aus“, erklärt der Experte. Neben einer Operation kann das die Bestrahlung von außen durch die Haut sein. Oder die innere Bestrahlung mit kleinen Bestrahlern, die in die Prostata eingebracht werden. Auch moderne Methoden, die nur einen Teil der Prostata behandeln, kommen zum Einsatz.

Ohne Therapie alt werden

Manchmal kann es aber auch der beste Weg sein, gar nichts aktiv zu unternehmen und statt dessen zu beobachten, wie sich das Karzinom entwickelt. Dazu wird jährlich überprüft, ob sich der Tumor verändert hat oder ob das Karzinom schläft. „Für diese Behandlungsform wählen wir die Patienten aus, die aufgrund ihres Krebstypus eine gute Prognose haben“, verrät Prof. Fischer. Auch sind es eher die Patienten ab 70 Jahren, die dafür infrage kommen, denn ältere Männer haben schlicht aufgrund ihres Alters eher die Möglichkeit, mit dem Krebs und ein schonenderen Therapie alt zu werden. Ein Mann Mitte 50 hat hingegen eine deutlich höhere Lebenserwartung. Der Krebs hätte also noch lange Zeit, sich weiter zu entwickeln. Deshalb wird in diesen Fällen häufiger operiert.