Richtig verhalten bei Gefährdung

Wer in eine gefährliche Situation gerät, ist oft überfordert. „Viele Menschen sind geradezu gelähmt, während andere ungeahnte Kräfte entwickeln, wenn Gefahr droht“, so Rainer Peterson, seit sechs Jahren Kriminalpolizeilicher Fachberater. Es gibt allerdings einige Richtlinien, an denen man sich orientieren kann, um die Situation zu meistern.

1. Abstand einnehmen

Rainer Peterson weiß: „Oft ist das Bauchgefühl ein sehr guter Wegweiser und sagt uns, wenn etwas nicht stimmt.“ Trifft man beispielsweise in der Abenddämmerung auf eine pöbelnde oder alkoholisierte Gruppe, sollte man versuchen, einen anderen Weg zu wählen. Außerdem gilt: Immer einen Begleiter dabei haben! Besonders ältere Frauen, die alleine unterwegs sind, gehören häufig zu den Geschädigten. Wer alleine unterwegs ist, sollte das Handy parat haben

Nicht immer kann man Gefahrensituationen meiden. Wer in eine solche gerät, sollte seine Angst nicht zeigen. „Kriminelle fühlen sich oft überlegen. Wenn sie merken, dass man der Situation gewachsen ist, werden sie unsicher“, erläutert der Experte. Ein fokussierter Blick in die Augen und eine aufrechte Körperhaltung können helfen. „Allerdings“, so Peterson, „darf man sich nicht selbst überschätzen, denn niemand weiß, wie weit potenzielle Täter gehen, um an Beute zu gelangen.“

3. Hilfe rufen

„Wem Gefahr droht, der sollte unbedingt auf sich aufmerksam machen“, rät der Experte. „Je mehr Menschen mitbekommen, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, desto größer ist die Chance, dass der Täter unter Druck gerät und das Weite sucht“, erläutert Peterson. Allerdings  sollte man immer mit Bedacht handeln und die Aufmerksamkeit nicht extra auf sich ziehen.

4. Die Polizei verständigen

„Was mir immer wieder auffällt, ist, dass Menschen Hemmungen haben, die Polizei anzurufen“, so der Fachmann. „Sie denken, wir würden ihre Situation nicht als prekär genug erachten oder sie müssten die Kosten für unser Ausrücken tragen. Das stimmt aber nicht.“ Bei Gefahr sollte so schnell wie möglich die Polizei kontaktiert werden, einfach die Nummer 110 anrufen.

5. Prävention betreiben

Gefährliche Situationen entstehen oft überraschend, sodass es helfen kann, sich auf den Ernstfall vorzubereiten. „Selbstverteidigungskurse können nicht schaden. Sie geben gerade älteren Menschen Sicherheit und Selbstvertrauen“, weiß der Kripo-Mitarbeiter. „Viele rüsten sich auch mit Hilfsmitteln wie Pfeffersprays aus, wissen aber nicht, wie sie damit umgehen müssen.“ Der Experte rät daher zu einem Testlauf im Freien. Auch der Aufbewahrungsort ist entscheidend. Produkte zur Selbstverteidigung sollten immer körpernah in der Jackentasche verstaut werden.