Sicherer, schonender, besser: Lasereingriffe am Herz

Entfernung von Schrittmacher-Elektroden mit modernster Technologie

Die Erfolgsquote ist beeindruckend: Bei 98 Prozent aller Patienten, denen Elektroden ihres Herzschrittmachers oder Defibrillators explantiert werden müssen, lassen sich diese mit nur einem kleinen Schnitt und mit Laser-Technologie entfernen. Dr. Norbert Friedel, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie an der Klinikum Bayreuth GmbH, und sein Team sind Experten auf dem Gebiet der minimalinvasiven Sondenentfernung.

Millionen Menschen vertrauen auf die Funktion eines Herzschrittmacher oder eines Defibrillators, um ihr Herz kontrolliert schlagen zu lassen. In Deutschland kommen jährlich etwa 80.000 Herzschrittmacher-Patienten hinzu, weitere 30.000 erhalten einen Defibrillator.

Aber: Gut fünf Prozent aller Patienten haben Probleme mit dem Gerät, das ihr Herz im Takt hält. Bei 2,5 Prozent streiken die Elektroden, bei einem Prozent kommt es zu Infektionen, bei einem halben Prozent zum Verschluss von Blutgefäßen, in denen die Leitungen laufen. „Infizierte oder defekte Herzschrittmacher und Elektroden müssen wir entnehmen, um eine Gefährdung für den Patienten auszuschließen“, sagt Dr. Friedel.

Neue Technik für kleines Risiko

In der Vergangenheit war das eine nicht immer ungefährliche Prozedur. Ärzte zogen die Elektroden aus dem Körper des Patienten. „Das hat unter anderem bei Verwachsungen immer wieder zu Problemen geführt“, sagt Dr. Marek Pizon, Oberarzt an der Klinik für Herz- und Thorax Chirurgie. Mit der neuen Technologie ist der Eingriff einfacher und schonender. Der Herzchirurg führt einen ringförmigen Laser-Katheter über  die zu entfernende Elektrode, um das Gewebe aufzulösen, das die Elektrode umgibt. In der Bayreuther Klinik für Herzchirurgie ist diese Methode bereits gang und gäbe.