Sicherheitscheck für die eigenen vier Wände

Ganze 320 Mal rückte Rainer Peterson im letzten Jahr aus, um sich Häuser anzusehen – immer im Dienst der Sicherheit. „Wir bieten seit vielen Jahren an, Häuser und Wohnungen auf ihre Sicherheit hin zu prüfen. Kostenlos, versteht sich“, so der Kriminalpolizeiliche Fachberater. Gerade von Senioren wird dieser Service gerne angenommen.

„Ab September oder Oktober steigen die Nachfragen nach Sicherheits-Checks“, sagt der Beamte. Die Menschen werden durch die Medien auf das Thema Einbruchschutz hingewiesen und auch aus dem Bekanntenkreis hört man wieder öfter von entsprechenden Fällen. So war es auch bei einem Bayreuther Ehepaar, das Peterson um Hilfe gebeten hat.

Jede Schwachstelle wird aufgedeckt

Die sechs Jahre Erfahrung als Kriminalpolizeilicher Fachberater haben Petersons Blick geschärft. Nach der freundlichen Begrüßung fällt ihm sofort der von außen steckende Haustürschlüssel auf. „Steckt der immer?“, fragt Peterson mit einem Lächeln. „Eigentlich nur, wenn wir in den Garten gehen“, heißt es von der 57-jährigen Kundin. „Das ist eine der Sicherheitslücken, die nicht nötig wären“, erläutert der Experte. Weiter geht die Besichtigung in Richtung Terrassentür – hier dringen laut Peterson die meisten Einbrecher ein, da sie von Bäumen geschützt sind und ihnen eine große Einstiegsfläche zur Verfügung steht. Genau prüft er das Verschlusssystem und rät dem Paar zu einer Nachrüstung. Ein großer Schraubendreher genüge nämlich, um die Vorrichtung außer Gefecht zu setzen. „Ein neuer Beschlag wäre die Königslösung, aber auch aufschraubbare Nachrüstsicherungen erhöhen die Sicherheit immens.“ Anschließend werden die Fenster im Erdgeschoss geprüft. Auch hier sieht Peterson Nachholbedarf. Für Fenster ist eine normgerechte Sicherungen durch eine Fachfirma wichtig. Für Nebenbereiche und Kellerfenster gibt es aber auch kostengünstigere Lösungen, die zum Großteil selbst montiert werden können. Diese werden bei der Beratung vorgestellt.

Sicherheit muss nicht viel kosten

Eine in die Jahre gekommene Tür im Keller ist das Sorgenkind der Bayreuther. Peterson empfiehlt eine Blech- oder Eisenkonstruktion, die kreuzartig vor die Scheibe montiert wird. Damit verkleinere sich die Einstiegsöffnung für gerade einmal zehn Euro. Gegen das Aufhebeln kann auch eine einfache Querstange genutzt werden. „Man kann sehr viel selbst machen. Allerdings ist die korrekte Montage das A&O.“ „Viele haben Angst, zu viel Komfort einzubüßen. Aus Bequemlichkeit verzichten sie darauf, ihre Türen abzusperren. Erst vor Kurzem habe ich einen Fall erlebt, bei dem die Bewohner nur 45 Minuten nicht zu Hause waren – die Wertsachen waren danach verschwunden“, erinnert sich Peterson. „Ich rate deswegen dazu, das Bewusstsein zu schärfen und sich Rat zu holen.“