Wenn das Telefon klingelt

Betrugsgefahr am anderen Ende der Leitung.

So vorsichtig man bei Fremden ist, die an der Tür klingeln, so unbedacht handeln viele, wenn das Telefon klingelt. Der berühmte Enkeltrick ist längst nicht mehr die einzige Masche, mit der Betrüger an Kontodaten, Wertgegenstände und Bargeld gelangen möchten. Die Kriminalpolizei Bayreuth klärt auf.

„Ein klassisches Beispiel für Telefonbetrug ist der sogenannte Enkeltrick“, so Rainer Peterson. Der Kriminalpolizeiliche Fachberater hat in seiner 37-jährigen Dienstzeit schon viele dieser Fälle erlebt: Das Telefon läutet und eine freundliche Stimme meldet sich. Ein Name wird jedoch nicht erwähnt. Nach einigen Sekunden Bedenkzeit dann die scheinbare Erleuchtung: Die Nichte, von der man so lange nichts gehören hat, könnte es sein. „Äußert die angerufene Person ihre Vermutung, wer gerade am Hörer ist, wird diese sofort bestätigt“, erklärt Peterson. „Nach kurzer Zeit kommt die vermeintliche Verwandte auf den Grund ihres Anrufs zusprechen.“ Die Anruferin hatte einen Verkehrsunfall und benötigt nun dringend Geld für die Autoreparatur. Es würde ein Freund vorbeikommen, um das Bargeld abzuholen. Kurz danach wartet  jemand wie angekündigt an der Tür, um die Banknoten entgegenzunehmen – und das Geld verschwindet für immer. Peterson rät: „Ist man sich nicht absolut sicher, wer gerade am Hörer ist, sollten weder Kontodaten noch Bargeld herausgegeben werden.“ Neben dem Enkeltrick existiert noch eine weitere Betrugsform per Telefon, die immer öfter angewendet wird.

Polizeitrick

In den letzten zwei Jahren wurde mit der Masche Polizeitrick in der Region in und um Bayreuth ein sechsstelliger Geldbetrag erbeutet: Banden geben sich als Polizisten aus und melden sich unter einem Vorwand. Sie wollen vor Kriminellen warnen, die unterwegs seien, um Wertsachen zu stehlen. Zu diesem Zweck würde ein Polizeibeamter in, Zivilkleidung vorbeikommen und Geld, Schmuck und wertvolle Sammlungen entgegennehmen. Um den Polizeitrick anzuwenden, wird häufig auch das sogenannte Call-ID-Spoofing genutzt. Die Täter rufen unter real existierenden Nummern von Firmen, Behörden etc. an und fordern aus unterschiedlichen Gründen dazu auf, Geldbeträge ins Ausland zu überweisen“, so Peterson. Tipp: Wer als Nicht-Kunde an ein Unternehmen oder eine Institution Geld überweisen soll, sollte diese Aufforderung immer der scheinbaren Quelle melden. Zudem werden nie Anrufe von der 110 aus getätigt.