Hilfe bei Blasenschwäche – Inkontinenz muss kein Tabu-Thema sein

In Deutschland gibt es über neun Millionen Inkontinenz-Patienten. „Besonders häufig ist die Harninkontinenz vertreten“, so Tina Herrmannsdörfer vom Reha team Bayreuth. „Diese Erkrankung ist oft eine Folge des Alters. Man kann sie aber in den Griff bekommen.”

Ein Weg, die Inkontinenz zu minimieren bzw. ihr vorzubeugen, ist das Beckenbodentraining. Eine mögliche Übung: die „Brücke“. Dafür legt man sich mit dem Rücken auf den Boden, winkelt die Beine an und hebt das Becken. Füße, Arme und Schultern berühren den Boden. Diese Position wird ein paar Sekunden gehalten und dann die Übung mehrfach wiederholt. Doch auch spezielle Produkte können bei Blasenschwäche helfen. „Wir bieten eine große Auswahl an Inkontinenzeinlagen und -hosen an“, so Herrmannsdörfer. „Zudem beraten wir Angehörige von Patienten, die zu Hause gepflegt werden, in Sachen Mobilisation zum Toilettengangund Anwendung der Hilfsmittel.“

Richtig damit umgehen lernen

Ein Tipp der Expertin: Sogenannte Pants sind eine elegante Lösung bei Inkontinenz. Sie sind im Alltag unauffällig und erleichtern so den Umgang mit der Blasenschwäche. „Viele Patienten vermeiden das Trinken, damit der Harndrang gebremst wird. Das ist aber nicht richtig“, verrät Tina Herrmannsdörfer. Wie bei jedem anderen Menschen sollten täglich zwei bis drei Liter Wasser getrunken werden. „Eine Ausnahme besteht nur, wenn es vom Arzt eine andere Empfehlung gibt.“